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PROGRAMM

REGIONALE12 ERÖFFNUNGSPARCOURS
MIT ERÖFFNUNG DER MURAUER SCHALLSCHLEUSE
Freitag, 22. Juni 2012, 18.00 Uhr
Eröffnung der Schallschleuse: 20.15 Uhr

HÖRSTADT-INFORAUM
Elternhaus Murau
Eröffnung: Freitag, 22. Juni 2012, 18.45 Uhr

HÖRSPAZIERGANG
Samstag, 23. Juni 2012, 10.00 – 11.00 Uhr

HÖRSPAZIERGANG
Samstag, 7. Juli 2012, 13.30 – 14.30 Uhr

MURAUER GLOCKENCRESCENDO
Murauer Kirchen
Samstag, 7. Juli 2012, 17.17 Uhr

MURAUER ORGELWANDERUNG
Murauer Kirchen
Sonntag, 8. Juli 2012, 10.00 – 18.00 Uhr

HÖRSPAZIERGANG
Sonntag, 8. Juli 2012, 16.00 – 17.00 Uhr

HÖRSTADT-INFORAUM
Elternhaus Murau
Freitag, 22. Juni – Freitag, 20. Juli 2012, untertags unter der Woche

MURAUER SCHALLSCHLEUSE
Rindermarkt-Brücke
Freitag, 22. Juni – Sonntag, 22. Juli 2012

 

MURAUER SCHALLSCHLEUSE
Rindermarkt-Brücke
Eröffnung: Freitag, 22. Juni, 20.15 Uhr
Freitag, 22. Juni – Sonntag, 22. Juli 2012
Die Murauer Schallschleuse wagt ein Experiment: Wie wäre es, wenn die Fassaden unserer Häuser den Lärm einfach schlucken würden? Mitten in Murau, auf der eindrucksvollen Rindermarkt-Brücke, entsteht die auch optisch eindrucksvolle Murauer Schallschleuse, in der hochleistungsfähiges Dämmmaterial der Firma Heradesign über 30 Meter lang Spalier steht. Verschwinden die Autos in der Schleuse, verschwindet auch der Lärm im Nichts – sowohl drinnen wie auch draußen.

 

MURAUER HÖRENSWÜRDIGKEITEN
Im Frühjahr 2012 hat HÖRSTADT MURAU die MurauerInnen eingeladen, einmal tatsächlich oder im Geiste mit geschlossenen Augen durch die Stadt und ihre Umgebung zu streifen und die charakteristischsten, schönsten und speziellsten Geräusche als Murauer Hörenswürdigkeiten vorzuschlagen. Denn wie praktisch jede Stadt Sehenswürdigkeiten hat, bietet eine Hörstadt selbstverständlich Hörenswürdigkeiten. Aus erstaunlichen 100 Einreichungen hat eine Jury ein Dutzend besondere Klangorte in und um Murau ausgewählt, die eines genauen Hörens würdig sind.

1. An der Bundesstraße: Der Doppelkreisel
Ein Doppelkreisverkehr als Autoklangmobile, das uns in eine 3-D-Klanganimation versetzt. Von rechts und links nähern sich die Klangbahnen der Autos. Fast Schwindel erregend drehen sie sich in einem geräuschvollen Ringelspiel gegenläufig ineinander, bevor sie sich wieder  entflechten.

2. Das Krafthaus am Rantenbach: Der Betonvibrator
Hier  hören wir, wie Energie klingt. Alles vibriert. Gehen wir mit bachaufwärts gerichtetem Blick etwas auf Distanz, erleben wir einen schönen Stereoeffekt: Links hören wir die kräftig rauschende Flut des Rantenbachs; rechts hören wir, wie seine Energie in Maschinenbewegung umgewandelt wird.

3. Am Friedhof: Totenstille und Zukunftsmusik
Die  Murauer Toten ruhen mitten im Leben – der Friedhof ist von Schulen regelrecht umzingelt. Stehen die Fenster offen, lauschen auch wir dem Unterricht. FriedhofsbesucherInnen unterhalten sich vernehmlich, hell quietscht die Friedhofstür beim Öffnen. In einem fort zieht der Westwind  über den Gottesacker und treibt Blätter über die Gehwege.

4. Nochmals an der Bundesstraße: Die Lärmsenke
In Sichtweite des Kreisverkehrsduos zieht die Bundesstraße in einer langen
Senke  auf einer hohen Brücke über den Rantenbach. Hier fließt der Lärm von links und rechts zusammen und wird durch Lärmschutzwände zum Beispiel vor dem Flussrauschen in Schutz genommen, den wir durch staubige Glasscheiben nur sehen können.
5. Zwischen Elternhaus, Stadtmuseum und Kapuzinerkirche: Die Oase
Hat  uns die Lärmsenke genug auf Geist und Gemüt geschlagen, erleben wir den  großen und grünen Innenhof zwischen Elternhaus, Stadtmuseum und Kapuzinerkirche als Ohrenoase. Wir haben einen Ort der Be-Sinnung erreicht. Wohltuend, mild und lind wie Balsam schmeichelt das Klangbild unserem gereizten Hörsinn.

6. Rantenbach-Mur-Mündung: Der Zusammenklang

Hier  müssen wir aufmerksam zuhören, um neben der Ungebärdigkeit des Rantenbachs das viel hellere und feine Wellenglucksen der Mur wahrnehmen  zu können. Muraufwärts klingt das Rantenbachrauschen ab und der Raum öffnet sich für die dezenteren Lebenszeichen der Mur. Leise aber hören wir schon das akustische Spektakel, das die Mur unter der Postbrücke veranstaltet.

7. Der Schillerplatz: Ein Autokino

Der Schillerplatz ist die Leinwand, das auf ihm stattfindende Leben der Film. Ganz eigen die Tonspur. Wir registrieren verblüfft, wie selbstverständlich wir die Spaltung von Bild und Ton schon hinnehmen: Wir können die Menschen im Gastgarten fünf Meter weiter des Verkehrs wegen nur sehen, aber nicht hören. Ist der Autocorso einmal kurz unterbrochen, zeigt der Schillerplatz, was er eigentlich wäre: Ein weiter, aber nicht einschüchternd großer Raum mit Platz für jede und jeden Einzelne/n und ihre/seine Stimme.

8. Sankt Mathäus: Die Insel im Schallmeer

Ein  gewaltiger Hallraum, in dem sich selbst kleinste Geräusche zu Überlebensgröße ent- und auffalten. Auf der Kanzel entdecken wir eine ganz neue akustische und visuelle Perspektive. Der Baldachin darüber verhindert die Schallausbreitung nach oben. Dank dieses Reflektors reicht unsere Stimme ohne große Anstrengung bis in den letzten Winkel.
9. Unter der Postbrücke: Die Klangdüse
Hier  verengt sich der Fluss. Das erzeugt Beschleunigung – bei hohem Wasser ein nasses Inferno. Wir hören, wie das donnernde Brodeln flussabwärts ausklingt und die Mur ihre Fassung wiedergewinnt. Unaufhörlich ändern sich die Wasserklänge. Wenn wir uns auf den Klangbildvordergrund konzentrieren, hören wir, wie sanfte Wellen an den Felsen im Fluss anschlagen.

10. Der Stadtpark: Grüner Surround Sound
Die  tiefer unten liegende Mur sehen wir hier nicht, hören sie aber noch deutlich. Stellen wir uns den Klang ihres Rauschens bildlich vor, sehen wir ihn doppelt: Einerseits strömt er über die Böschung des rechten Ufers am Boden dahin zu uns hinauf. Andererseits steigt er an den Fassaden der am anderen Ufer an der Murpromenade liegenden Häuser aufwärts, wölbt sich in der Luft und erreicht uns auch von oben – ein schöner Surroundeffekt.

11. Murkraftwerk: Das Wasserspiel
Wir  hören das klangvolle, konstante Rauschen des zur Turbine führenden Gerinnes schon von weitem. Bald mischen sich geisterhafte Bässe aus dem Kraftwerk dazu. Reizvoll die Fischwanderhilfe: Ein durch Stufen reizend rhythmisiertes Bächlein, das einem gurgelnden Betonkammersystem entspringt.

12. Die Bezirkshauptmannschaft: Das Theater
Großes  Klangtheater mit gotischer Akustik. Kleinste Geräusche werden hier groß  wie in der Stadtpfarrkirche. Hier können wir akustisch fernsehen und uns entspannt vom Stimmengewirr berieseln lassen. Die Stiegen lassen sich bei festem Schritt für grandiose akustische Auftritte nutzen.

13. Die Leonhardkirche: Eine akustische Zeitreise

Der  Kirchenhügel schottet uns südseitig völlig von Murau ab. Wir durchwandern eine akustisch mittelalterliche Almlandschaft. Erreichen wir bei Burg Grünfels die zur Stadt schauende Hügelkante, gelangen wir fast schockartig in die Gegenwart. Ein Klopfen an die verschlossene Kirchentür genügt, um den Raumhall drinnen aufzuwecken.

 

MURAUER HÖRSPAZIERGÄNGE MIT PETER ANDROSCH
Samstag, 23. Juni 2012, 10.00 – 11.00 Uhr
Samstag, 7. Juli 2012, 13.30 – 14.30 Uhr
Sonntag, 8. Juli 2012, 16.00 – 17.00 Uhr
Treffpunkt: Murauer Schallschleuse bei der Rindermarktbrücke
Die Teilnahme ist kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
Die Murauer Hörspaziergänge sind eine Stadtführung von und mit Peter Androsch für die Ohren. Das Murauer Klanguniversum ist das Reiseziel; die gesammelten Murauer Hörenswürdigkeiten sind jene Orte, die dabei aufgesucht, belauscht und bestaunt werden. So erschließt sich, was "Hörstadt" auch meint: Ein ungeahnter und vielgestaltiger Klangreichtum im öffentlichen Raum der Stadt, ein liebenswertes und pflegewürdiges akustisches Biotop.

 

MURAUER ORGELWANDERUNG
Eine Kooperation von Hörstadt Murau und der evangelischen und katholischen Pfarre Murau
Sonntag, 8. Juli 2012, 10.00 – 18.00 Uhr
Eintritt frei
Ähnlich beeindruckend wie die akustische Tradition der Glocken in Murau ist jene der Kirchenorgeln. Nicht weniger als sechsmal ist die 'Königin der Instrumente' in der Stadt heimisch. Die Kirche Sankt Mathäus, Sankt Ägidi, Sankt Anna, Sankt Elisabeth, Sankt Leonhard und die Kapuzinerkirche: sie alle verfügen über eine Orgel zur Begleitung der Messfeier.
Auf der ungezwungenen Murauer Orgelwanderung geht es in gemütlichen Tempo und unter Führung des an der Universität Wien unterrichtenden Emanuel Schmelzer-Zieringer und des St. Lambrechter Stiftsorganisten Manfred Novak zu allen sechs mit einer Orgel augestatteten Gotteshäusern. Dort greifen dann die beiden Führer – ihres Zeichens Organisten – in die Tasten und ziehen alle Register. Und mehr noch: Bei jeder Orgel geben Schmelzer-Zieringer und Novak kurze Einführungen zu den Besonderheiten des jeweiligen Instruments und seiner Geschichte. Nebenbei vermitteln die Kirchenmusiker allerhand Wissenswertes zur Kirchen- und Orgelakustik.

10.00 Uhr, Stadtpfarrkirche Sankt Mathäus
Katholische Messe mit Orgelspiel von Manfred Novak

13.00 Uhr, Elisabethkirche
Einführung mit Heidi Gridl
Emanuel Schmelzer Zieringer spielt Werke von G.F. Händel, J. Haydn , J. M. Hauer

14.00 Uhr, Leonhardkirche
Einführung in Kirchen- und Orgelakustik mit Peter Androsch
Manfred Novak spielt Werke von J. J. Froberger und G. Muffat
Anschließend Kaffee & Kuchen, bereitgestellt von der Pfarre Murau

15.30 Uhr, Sankt Anna Kirche
Altbürgermeister Kalcher über die Geschichte der Annakirchenorgel
Emanuel Schmelzer Zieringer spielt Werke von A. Bruckner, M. Reger und K. Lang

16.30 Uhr, Kapuzinerkirche
Orgelbauer Walter Vonbank über die Geschichte der Kapuzinerkirchenorgel
Manfred Novak spielt Werke von H. Scheidemann und N. Hakim  

17.30 Uhr, St. Ägidi Kirche
Emanuel Schmelzer Zieringer spielt Werke von J. K. Kerll, W. A. Mozart und  J. B. Vanhal (bis ca. 18.00 Uhr)

 

MURAUER GLOCKENCRESCENDO
Eine Kooperation von Hörstadt Murau und der evangelischen und katholischen Pfarre Murau
Samstag, 7. Juli 2012, 17.17 Uhr
In Murau gibt es dank der Vielfalt an Kirchen eine beeindruckende Zahl von Geläuten. Sie definieren den Stadtraum akustisch als solchen. Die Glocken von Murau gehören zu den akustisch prägenden Elementen der Stadt. Das Murauer Glockencrescendo knüpft an die lange Bedeutungstradition des Glockenläutens an. Am Samstag, den 7. Juli 2012 bündelt es um 17.17 die akustische Wucht der Glocken. Dann läuten die Murauer Glocken in einem durchkomponierten Muster rund um den Ort und beschenken die Stadt mit einem noch nie dagewesenen Hörerlebnis – am besten von der Rantenbrücke nahe Schillerplatz oder vom Schlossberg aus zu hören.


HÖRSTADT-ORT ELTERNHAUS MURAU
Hörstadt-Inforaum im Elternhaus

Eröffnung am Freitag, 22. Juni 2012, 18.45 Uhr
Öffnungszeiten: Freitag, 22. Juni – Freitag, 20. Juli 2012, untertags unter der Woche
Eintritt frei
Im Zuge der Hörstadt Murau wird mit dem Elternhaus Murau eine Institution in der Stadt zum Hörstadt-Ort. Hörstadt-Ort zu sein, bedeutet dem Hören besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
In Murau geschieht das an einem besonderen Ort. Denn im Alter lässt das menschliche Gehör langsam nach. Schleichend und immer mehr verlieren wir die Fähigkeit, die hohen und die tiefen Frequenzen zu hören. Unser Hörvermögen schrumpft langsam auf den mittleren Bereich des riesigen Spektrums, das wir als Kinder noch hören könnten.
In Fachvorträgen u.a. des renommierten Schwerhörigenberaters Professor Marckhgott informieren sich die MitarbeiterInnen des Elternhauses über Hilfreiches und Nützliches für das Zusammenleben mit hörbeeinträchtigen HausbewohnerInnen. Außerdem wird im Elternhaus überlegt: Welche akustischen Verbesserungen könnten mehr Lebens- und Arbeitsqualität bringen? Wie können die Hörgesundheit und das Hörvermögen aller Beteiligten im Haus geschützt, gefördert und erhalten werden? Wie können optimale Bedingungen für ein gutes Hören geschaffen werden?
Während der REGIONALE12 richtet Hörstadt Murau einen Inforaum zum Hören im Elternhaus.

 

BESCHALLUNGSFREIES MURAU
Musik hören zu dürfen zählt zu den größten menschlichen Freuden. Musik hören zu müssen ist hingegen für viele Menschen ein tägliches und weitverbreitetes Ärgernis. In zahllosen Geschäften, Supermärkten und Lokalen sind die Mitarbeiter und die Kunden mit ungebetener Hintergrundmusik konfrontiert. Darin steckt ein Beitrag zur täglichen Reizüberflutung und zum täglichen akustischen Stress. Darunter leiden nicht nur unsere Kinder. Menschen mit Hörbeeinträchtigung – in Österreich jeder fünfte über 14 Jahre! – können bei Hintergrundmusik nur mehr erschwert oder gar nicht mehr kommunizieren. Auch für die Handelsangestellten ist die permanente Berieselung oft eine schwere Belastung.
Beschallungsfrei ist eine Initiative für die freie Entscheidung darüber, wo und wann wir Musik hören. Ein Bündnis von Vereinen und Institutionen aus dem Bezirk formiert sich zum Beschallungsfreien Murau. Mit dem Aufkleber Beschallungsfrei – Zone ohne Hintergrundmusik kennzeichnet es öffentlich zugängliche Räume ohne Zwangsbeschallung mit Hintergrundmusik.

 

DAS HÖRSTADT-TEAM
Peter Androsch, Anatol Bogendorfer, Claudia Haslinger, Margit Knipp, Klemens Pilsl, Leo Saftic und Florian Sedmak

HÖRSTADT DANKT
– den KooperationspartnerInnen HERADESIGN Deckensysteme, Elternhaus Murau, Evangelische und Katholische Pfarre Murau, Stadtgemeinde Murau, TVB Murau, Zimmerei Galler und die-Wildbach
– sowie für ihre Unterstützung Alfred Baltzer, Franz Edlinger, Gertraud Freismuth, Herbert Fritz, Franz Galler, Heidi Gridl, Tobias Hagleitner, Doris Hasselberger, Toni Herk-Pickl, Rosa Hojas, Melanie Koch, Thomas Kalcher, Klaus Kumerschek, Adolf & Dagmar Lercher, Martin Lienhart, Kathi Loidl, Manfred Novak, Werner Oberweger, Steffi Obrist, Max Pöllinger, Monika Primas, Manfred Regner, Gerwig Romirer, Alfred Spicker, Erich Tausendschön, Walter Vonbank, Gunar Wilhelm, Emanuel Schmelzer-Zieringer und Sabine Zirker

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