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Warum ich das Projekt Hörstadt und die Kampagne gegen Zwangsbeschallung unterstütze?
Die Ohren kann man nicht schließen – aber der Kopf muss frei bleiben, damit das Denken Platz hat!

Sonja Ablinger, Abgeordnete zum Nationalrat

‚Kannst du die Stille hören?‘ ist ein Zitat aus einem Kinderbuch, das sich mir eingeprägt hat. Warum? Weil ich es als Luxus empfinde, Stille oder eben einfach „nichts“ zu hören. Abschalten können – und damit meine ich auch alle Lärmquellen, die störend sind. Das Projekt Hörstadt widmet sich diesem Thema, und das finde ich gut und wichtig, denn Lärm hat sich zu einer großen – und wahrscheinlich häufig unterschätzten – Umweltbelastung entwickelt. Jede Auseinandersetzung damit, ob in technischer oder künstlerischer Form, begrüße und unterstütze ich daher.

Rudi Anschober, Landesrat. Mitglied der Landesregierung Oberösterreich

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie diese Initiative gestartet haben. Ich wollte nämlich selber schon längst einen ‚Club‘ gegen diese andauernde Vergewaltigung durch allgegenwärtige grässliche Zwangs-Beschallung gründen. Und in Flugzeugen, Taxis, Bussen, Restaurants, Supermärkten, Boutiquen, Schuhgeschäften, bin ich geradezu ‚berühmt‘ dafür, daß ich sofort immer darum ersuche, diese unnötige Musik abzudrehen, oder wenigstens erheblich leiser zu machen.
Um wenn das Gedudel trotzdem bleibt – gehe ich auf der Stelle weg. Und komme nie mehr wieder.
Oft kriegt man zur Antwort : ‚…die Leute wollen das…‘
Aber wer und wo diese ‚Leute‘ eigentlich sind, weiß niemand. Ich habe jedenfalls noch nie ‚so‘ jemanden getroffen… Jeder scheint dagegen zu sein – und trotzdem müssen wir alle darunter leiden.

Dietfried Bernet, Dirigent

Ich höre sehr gerne um’s Eck. Auf diese Weise habe ich schon unzählige wunderbare Orte auf der ganzen Welt entdeckt. Wenn ich in Linz um’s Eck horche, empfängt mich meist ein Autogeräusch.

Wolfgang Fadi Dorninger, Künstler

halten wir stille
um unsere sinne
zu schärfen

Karlheinz Essl, Komponist

Von der visuell-ästhetischen Vermüllung meiner Umwelt fühle ich mich seit Jahrzehnten beeinträchtigt. Ein kleiner Hinweis und mir ward die akustische Parallele klar – die Unerträglichkeit und Penetranz unserer akustischen Alltagswelt.
Der Preis sich davor durch Abstumpfung zu schützen ist sicher weit höher wie der eines Engagement für eine hörgangfreundlichere Welt.

Roland Gnaiger, Architekt, Leitung Die Architektur/Kunstuniversität Linz

Der Schutz vor unerwünschter Beschallung – wir reden hier richtig von Lärmbelastung – ist eine wichtige Sache. Erst wenn man sich selbst aussuchen kann, was man hören will, dann kann man sich auch auf die akustischen Angebote konzentrieren und daraus einen individuellen Nutzen ziehen.
Ich freue mich, dass die oberösterreichische SPÖ im ehemaligen Centralkino einen Ruhepol einrichten konnte – dieses originelle Konzept ermöglicht, sich der Zwangsbeschallung in der Innenstadt zumindest kurzfristig zu entziehen und Raum für Überlegungen zu schaffen, welche Musik man eigentlich hören wollte.

Erich Haider, stellvertretender Landeshauptmann von Oberösterreich

Umweltverschmutzung beschränkt sich nicht auf chemische Giftstoffe. Täglich werden wir auch mit visuellen und akustischen Grausamkeiten konfrontiert, denen wir unfreiwillig ausgesetzt sind. Der Gehörsinn wurde bisher in der öffentlichen Diskussion sträflich vernachlässigt. Es ist also höchst an der Zeit, sich aktiv mit der akustischen Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Höchste Zeit, wieder hören zu lernen.

Reinhard Kannonier, Rektor der Kunstuniversität Linz

Die Stille ist das Papier, auf dem Musik geschrieben wird. Die Voraussetzung dafür, dass jemand zu mir sprechen kann, ist mein Schweigen.

Peter Paul Kaspar, Akademiker- und Künstlerseelsorger, Rektor der Ursulinenkirche Linz

Hören hat für mich als Instrumentenbauer wie als Manager eine wesentliche Bedeutung.
Ein Klavierbauer, muss in das Instrument hineinhören um mit all seiner Fantasie und Vorstellungskraft, die Stärken wie die Entwicklungsmöglichkeit eines Klaviers erkenne zu können, bevor er beginnt das Instrument zu bearbeiten. Dies ist ein wesentlicher Qualitätsfaktor.
Die wichtigste Qualität eines Verantwortungsträgers ist Zuhören. Denn wenn man nicht hört, was andere Menschen denken, beschäftigt oder einfach nur wollen, ist ein erfolgreiches Gespräch, wie eine gewinnbringende Zusammenarbeit nicht möglich.
Wenn wir gegen unseren Willen, oder unbemerkt und ununterbrochen zum Hören gezwungen werden, fällt es uns immer schwerer ‚Hinzuhören‘ oder ‚Zuzuhören‘. Aus diesem Grund unterstützte ich die Idee der Hörstadt von ganzem Herzen.

Christoph Koller, Geschäftsführender Gesellschafter Steinway in Austria

Ich unterstütze Hörstadt Linz, weil dieses Projekt Bewusstsein gegen Zwangsbeschallung fördert, den akustischen Raum rein ökonomischen Verwertungsinteressen entziehen will und Lärmbelastung als soziale Differenzierungsproblematik versteht!

Klaus Luger, Planungsstadtrat der Stadt Linz

Ich unterstütze Hörstadt, weil Zwangsbeschallung geächtet werden muss.

Reinhold Messner, Alpinist, Umweltaktivist, Messner Mountain Museum

‚Rock and Roll ain't noise pollution‘ brüllen AC/DC auf dem meist verkauften Hard-Rock-Album aller Zeiten. Doch an das, was da sonst noch im öffentlichen Raum auf unsere Ohren prasselt, haben sie nicht gedacht: eine Fülle von Lärmverschmutzungen, die eine sinkende Wertschätzung von Musik vertonen. In einem Land, das sich ‚Kulturnation‘ nennt, darf das nicht hingenommen werden. Denn dass weniger mehr ist, lernt jeder Künstler im Laufe seiner Arbeit. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch das öffentliche Ohr das bemerkt.
Zumindest am 21. November, dem internationalen No-Music-Day. Da heißt es endlich abschalten!

Hans Platzgumer, Musiker, Autor
Wer wie ich am Land, ohne Lärm, ohne Einkaufsmusik aufgewachsen ist, kennt die Stille. Wer in Linz oder Wien lebt, weiß, was alles überhört wird. Die leisen Zwischentöne bringen die Lebensqualität. Wir brauchen viele Hörstädte.

Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde Österreich
Erst in der Stille findet der Mensch zu sich selbst. Wir sollten uns mehr gegen die akustische Umweltverschmutzung wehren!

Günter Romberg, Präsident der Bregenzer Festspiele
Deshalb unterstütze ich Hörstadt: weil es ruhig auch einmal weniger laut sein kann. Nicht nur zum Wohl der Konsumentinnen und Konsumenten. Sondern ganz besonders auch im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auch am Arbeitsplatz einem nicht notwendigen Lärmteppich ausgeliefert sind. Zum Beispiel im Handel und im Gastgewerbe.
Ich unterstütze Hörstadt auch, weil mir die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Demokratie und Gesellschaft ein wichtiges Anliegen ist. In der Öffentlichkeit herrscht nicht nur in Bezug auf Beschallung „das Faustrecht“, wie es die Hörstadt-Initiatoren formulieren. Vielmehr ist der akustische Raum nur ein Bereich von vielen, für den die Gesellschaft mehr Bewusstsein und mehr Sensibilität braucht: zum Beispiel für gerechte Entlohnung und Besteuerung, aber auch für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer
Musik kommt aus der Stille.

Franz Welser-Möst, Dirigent, designierter künstlerischer Leiter Staatsoper Wien
Sich gegen unerwünschte akustische Belästigungen aller Art zu wehren, ist eine Art gelebter Zivilcourage im Alltag. Wenn ein Jeder im Lokal nachfragen würde, ob man die Musik nicht abschalten kann, wäre viel gewonnen. Wenn keiner sich wehrt, bleibt alles, wie es ist.

Dennis Russell Davies, Chefdirigent Bruckner Orchester Linz
Stille ist zu einem kostbaren, beinahe unbezahlbaren Gut geworden. Die akustische Umweltverschmutzung entwickelt sich zu einem gigantischen Problem. Ich unterstütze die Initiative „Hörstadt“ daher von ganzem Herzen. Denn nur in der Stille kann man wirklich zur Ruhe kommen.

Eva Glawischnig-Piesczek, Klubobfrau und Bundessprecherin der Grünen
 
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