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Linzer Hörenswürdigkeiten

Für Hörstadt hat Andres Bosshard 25 der schönsten und interessantesten Hörenswürdigkeiten aus dem Linzer Stadtklanguniversum gemacht.

Wie kaum jemand sonst im deutschen Sprachraum versteht es der Schweizer Komponist, Musiker und Klangarchitekt, Stadt als Klangraum zu begreifen und mit Mitteln, die zum Teil an der Grenze der Wahrnehmbarkeit wirken, wunderbare Klanggestaltungen im freien Raum einzurichten. Der äußerst vielseitige Künstler begann als Maler, arbeitete als Tonmeister am Theater, bevor er sich dem experimentellen Musiktheater zuwandte,  Klanginstallationen realisierte, eigene live-elektronische Musikinstrumente entwickelte und im Bereich der Improvisationsmusik arbeitete.
Auch im Erkunden und Erschließen von Stadklängen hat der 1955 Geborene langjährige Erfahrung.

Die von der Nibelungenbrücke bis in die SolarCity verteilten Hörenswürdigkeiten lassen sich entweder selbst erwandern. Am besten fordern Sie dazu per Email den kostenlosen HörStadtPlan mit allen Hörenswürdigkeiten und Hörstadt-Angeboten an.
1. Café Traxlmayr, Promenade 6
Koordinaten: N 48.3041.3 x O 14.28736

Vielleicht ist das Traxlmayr die Quelle des Linzer Murmelstroms – die Grotten der einzelnen Sitzecken sind auf alle Fälle geradezu ideal, einen feinen akustischen Tropfen zu keltern.
Können Sie Ihr Gehör so stimmen, dass aller Traxlmayrklatsch zu einem feinen, Sie angenehm umspülenden Gemurmel wird? Dann beginnen Sie im Murmelstrom mitzuschwimmen. Wenn Sie einmal Murmelstromwasser gekostet haben, werden Sie es in der ganzen Stadt immer wieder entdecken.
Hören Sie auf den Boden. Die unscheinbaren Holzplanken haben es in sich. Die Holzrillen sprechen zu Ihnen: Einer unendlich grossen Vinylschallplatte gleich ist der Fußboden des Traxlmayr eine sonographische Trouvaille! Das entsprechende Laserabtastverfahren, das die Rhythmen von 100 Jahren hörbar macht, finden Sie im Archiv der Hörstadt Linz!
2. Durchgang zum Hauptplatz, Höhe Schmidttorstraße 4
Koordinaten: N 48.30441 x O 14.38715

Sie befinden sich hier in einer wahren akustischen Schatzkammer. Die Stadt Linz bewahrt ganz offensichtlich ihre feinsten Klänge in den zwölf versteckten Seitengassen des Hauptplatzes auf. Jede Hallkammer entwickelt ihr eigenes Klangschattenprofil. Es scheinen städtische Gehörgänge in die Vergangenheit zu sein. Sie erinnern sowohl an schlafende mittelalterliche Gänge und zugleich erwecken sie Bilder von mediterranen Hinterhöfen. Sie sind stiller als die Gassen toskanischer Städte, doch ihre Grundklänge sind auch hier eingebettet in ein warmes erdfarbenes Timbre. Hier, im ersten Seitenhof der Passage vom Traxlmayr zum Hauptplatz, erklingt bei Regen eine zarte mehrstimmige Tropfenperkussion. Die Überraschung ist perfekt, zusammen mit den Echoschatten der Schritte aus dem Hauptgang und den Klängen der Stadt, die sich von Ferne dazumischen, entsteht ein Klangequilibrium, das sich die Erbauer der kaiserlichen Regenpagoden nur wünschen konnten.
In der verbotenen Stadt in Peking und im Kaiserpalast des Hiro Hito in Tokio finden wir diese Pagoden des Regenhörens. Hohlräume in den Dachziegeln, fein abgestimmte Dachrinnen und versteckte Klanggefäße im Boden um die Pagode herum verteilt, bringen den Regen räumlich plastisch zum Klingen. Bestimmt gibt es in Linz um den Hauptplatz herum ein gutes Dutzend überdachte Höfe, in denen man ein Sommergewitter konzertant hören kann.
3.  Hauptplatz
Koordinaten: N 48.30651 x O 14.28605

Der Klangraum des Platzes weitet sich, dank der akustisch äußerst günstigen Fassadenarena zu einem großen kinematographischen Klangpanorama. Eine Straßenbahn gleitet zum Beispiel von ganz links in einem großen Bogen auf den Platz und verliert sich in dessen räumlicher Tiefe. Es ist von hier aus nicht zu hören ob die Straßenbahn unendlich leise werdend sich dauernd entfernt oder ob sie mitten auf dem Platz anhält und dort still verharrt. Eine sehr raffiniert Täuschung der akustischen Perspektive, was den barocken Geist der Fassaden überraschend zeitgenössisch aufnimmt.
Die zum Glück nicht allzu zahlreichen Autos, welche die Klosterstraße hinunterfahren, verwischen jedes Mal den räumlichen Panorama-Effekt und lassen den Platz für einige Augenblicke in einem lokalen Klangnebel verschwinden.
Tagsüber hat das Ohr hier praktisch keine Ruhe, um den Stadtklang zu hören. Das ist erst spät nachts oder sogar erst in den frühen Morgenstunden möglich. Dann werden Sie auch das Rauschen des Neptunbrunnens hören, der ja nur wenige Meter vor Ihnen steht, den Sie aber tagsüber schon aus ein paar Meter Entfernung akustisch kaum mehr wahrnehmen können.
Nachts können Sie den Wasserklang des Brunnens als akustisches Leuchtfeuer betrachten, das es Ihnen ermöglicht, die verschiedenen Teilarenen des Hauptplatzes systematisch abzuschreiten.
Sie werden auch feststellen, dass der leicht geneigte, lang ausgedehnte Platz ein sehr reiches Klangraumprofil aufweist. Die Pestsäule im unteren Drittel wirkt wie ein Stimmstock im Inneren einer Violine: Zusammen mit den beiden Gebäudeflügeln des Brückenkopfes bildet das untere Platzdrittel eine exquisite akustische Stadtarena.
Zusammen mit den versteckten Hallkammern der überdeckten Gassen bildet der große Hauptplatz nicht nur das akustische Zentrum der Stadt Linz. Die Klangqualität dieses urbanen Komplexes ist ein herausragendes Beispiel europäischer Klangkultur. Keine der Linzer Siedlungen aus dem späten 19. oder dem ganzen 20. Jahrhundert kann diesem akustischen Raum etwas Vergleichbares entgegensetzen.

4. Café Glockenspiel, Hauptplatz 18
Koordinaten N 48.30634 x O 14.28590

Es sitzt sich sehr ruhig hier. Die Zeit scheint etwas langsamer zu verstreichen. Die schweren Gewölbe scheinen das Ihre dazu beizutragen. In der Tat folgt auf einen sehr eindrucksvollen, die ganze Breite des Cafés überspannenden Gewölbebogen im vorderen Drittel eine kurze gedrungene Zentralsäule, die je links und rechts einen Gewölbebogen trägt. Im hinteren Drittel findet sich noch einmal ein großes Gewölbe. Eine schmale Tür führt an der hinteren Schmalseite in ein weiteres, etwas tiefer gelegenes Kellergewölbe. Diese Raumfolge von raumquerenden Einfach- und Doppelgewölben gliedert den Klangreflexionsraum in verschiedene Teilräume, die sehr sanft zusammenklingen können.
Choraufführungen wären hier sehr eindrucksvoll, aber auch die Stimmen der einzelnen Gäste verhalten sich ganz anders als im Traxlmayr. Der summende Ventilator des Patisseriekühlschranks gibt dem Barockgewölbe eine schräge 20. Jahrhundert-Note. Er dreht sich langsam und man kann ein feines sirrendes Raumphasing aus dem Dauertonfeld heraushören.
Falls Sie etwas vor elf Uhr vormittags im Café Glockenspiel eingetroffen sind, warten Sie bis der Elfuhrglockenschlag ins Kellergewölbe dringt. Dann trinken Sie den Kaffee aus, zahlen und kommen gerade zum Glockenspiel auf den Platz.

5. Überdeckte Gasse, Hauptplatz 18
Koordinaten: N 48.30634 x O 14.28581

Bleiben Sie einmal beim Ertönen des Glockenspiels (täglich um 11.00, 14.00 und 17.00 Uhr) nicht stehen, sondern gehen Sie langsam, die Melodie der Komposition nicht aus den Ohren verlierend, in die Passage des Hauses Nr. 18. Versuchen Sie, ganz präzise die Veränderungen des Glockenklangs zu verfolgen. Jeder Meter der Passage scheint den Klang anders zu modulieren. Der wechselnde Bodenbelag, die verschiedenen Balkone, die Form der Überdachung und im hinteren Bereich die versetzten Hallkammern erklingen wie ein auf sich abgestimmtes Hallsystem.
Falls Sie das Glockenspiel immer noch hören, gehen Sie nun rasch wieder zurück und überqueren Sie den Hauptplatz. Welcher Gegensatz! Der Hörraumeindruck verändert sich vollkommen. Zunächst scheinen die Geräusche des Platzes den Glockenklang zu überblenden. Wenn Sie sich mitten auf dem Platz einmal um Ihre Achse drehen, werde Sie aber dennoch die leisen Echos der großen Arena des Hauptplatzes wahrnehmen können. Falls die Glocken immer noch läuten, versuchen Sie die Passage des alten Rathauses zu erreichen. Im Gang des Hauses 32 empfängt Sie eine besonders warm gestimmte  Resonanzkammer. Wenn das Wetter mitspielt, wird der Wind auf völlig unerklärliche Weise einen geheimnisvollen Orgelton anregen und damit das Klangspiel des Hauptplatzes, das Sie eben selber erkundet haben, mit einem überaus würdigen Akkord abschließen.
6. Innere Passage Brückenkopf
Koordinaten: N 48.30671 x O 14.28562

Wie klingen die offenen Gänge der Brückenkopfflügel? Warum klingen diese Gänge so anders als die Seitenpassagen des Hauptplatzes? Gehen Sie ruhig einige Male auf und ab.
Die Gänge bilden sowohl ein Klangspiegelkabinett als auch einen Resonanzraum. Sie filtern die Klänge der stark befahrenen Straße der oberen Lände und mischen sie mit den lange nachhallenden Echos Ihrer Schritte. Es gibt noch andere Stimmern hier, selbst tagsüber sind sie präsent. Sie scheinen weniger alt als die, welche aus den mittelalterlichen Seitengängen des Hauptplatzes aufsteigen.
So wie Sie optisch die beiden Gebäude des Brückenkopfs als bestimmenden Teil des Stadtbildes erkennen können, so bestimmen die Gehörgänge der beiden Monumentalbauten den inneren Klang der Stadt Linz. Die eigenen Schritte hallen hier unheimlich hin und her und das helle Brausen der stark befahrenen Straße schwingt in scharfen silbernen Frequenzen auf. Ein sehr eigentümliches Raumgefühl scheint die Passanten hier zu verfolgen. Man fühlt sich von unsichtbaren Kameras beobachtet.
7. Hinterhof Badgasse
Koordinaten: N 48.30632 x O 14.28477

Kurz bevor Sie die wenigen Tritte zur Badgasse hinuntersteigen, können Sie links feine Echos aus einem Hinterhof (vor dem Haus Nr. 7) hören. Kommen Sie herein und stellen Sie sich ins Zentrum dieses oben offenen Raumes. Drehen Sie sich langsam um sich selber: Sie hören die Raumresonanzen einer kleinen Klangrauminsel von besonderem Reiz. Die Intimität dieser Stadtklangmischung bildet einen sehr großen Kontrast zum Klangraum der Hallen der Brückenkopfgebäudeflügel. Schenken Sie für ein paar Augenblicke diesem kleinen zauberhaften Ort Ihr Ohr!
8. Hofgasse 22b
Koordinaten: N 48.30602 x O 14.28288

Wenn Sie den Hofberg hinauf zu steigen und während dieser etwa fünf Minuten nicht selber reden, sondern ganz Ohr sind, können Sie den Linzer Stadtklang Schicht für Schicht entdecken. Je länger Sie den Berg hinaufsteigen, desto weiter hören Sie in die Stadt hinein. Man könnte die Horizontlinien der Echoperspektiven an den Hausfassaden anzeichnen und Sie würden die vertikale Ordnung der horizontalen Schichtungen des ferneren Stadtklangs genauer erkennen können.  
Sie hören über die Dächer der Häuserzeilen hinweg. Die in kurzen Abständen folgenden hausgroßen steinernen Körper bilden ein akustisches Linsensytem für sehr ferne Stadtklänge. Es handelt sich dabei nicht um einen Hörrohreffekt, wie Sie ihn unten in der Badgasse entdecken können, sondern um einen Klangeffekt, den man in der Wüste bei Sanddünen mit annähernd parallelen Wellenkämmen beobachten kann.
Klimatisch gesehen sind unsere steinernen Städte Felswüsten. Die Straßen entsprechen ausgetrockneten Schluchten mit unzähligen Echolinien. Martinshörner und Kirchengeläut enthüllen etwas von den städtischen Wüstenechos. Hier am oberen Schlossberg hören Sie links über den Klangspiegelraum der Donau nach Urfahr und etwas mehr rechts über die Steinkanten der Straßenschluchten über die gesamte Altstadt hinweg.
Sie befinden sich auf einer außergewöhnlichen Hörterasse und haben einer der ausgezeichneten Klangaussichtspunkte der Stadt Linz vor sich. Die Fassade des Schlosses bildet einen akustischen Spiegel, der die Klänge wieder zurück über die Altstadt wirft.
Verweilen Sie ruhig ein wenig in dieser stimmungsvollen Stadtatmosphäre und genießen Sie die hellen Klangschichten, die Ihnen in der Abendluft besonders klar und leicht entgegen wehen!
9. Platane hinter dem Schloss  
Koordinaten: N 48.30600 x O 14.28216

Bei der markanten Platane hinter dem Schloss eröffnet sich nicht Ihnen nicht nur ein atemberaubender Blick über die ganze Stadt Linz, Ihre Ohren werden ebenso dazu verführt, in das einmalige Klangpanorama einzutauchen.
Sie hören nicht nur über die gesamte Altstadt (ganz selten hören Sie hier Sirenenklänge aus der Voest), sondern auch über die Donau hinweg, weit in die Landschaft um Linz hinein. Die Klangqualität dieses Höraussichtspunktes kann als Maßstab für die künftige Entwicklung des Stadtklangs von Linz gelten. Die feinen Nahgeräusche, die Weite des Klanghorizonts und die Klangfarben der Raumresonanzen ergeben einen stetig leicht schwankenden Gleichgewichtszustand. Man könnte auch von einem weitgefassten, gestimmten Akkord sprechen. Hier halten Sie sich gerne länger auf und die Zeit scheint im Fluge vorbeizugehen. Sie haben die nötige Muße, den langsam vorbeiziehenden Donaukähnen zuzusehen und ihren stampfenden Dieselmotoren auch über längere Zeit zuzuhören. Über mehrere Minuten erfüllt ein stetig sich verändernder Dauerklang wie ein großer Orgelton die Szenerie und Sie können auch gut mitverfolgen, wie sich die  Reflexionen an den Brücken und Hausfassaden langsam abwechseln. Wenn Sie nach Anbruch der Dunkelheit hier sitzen, scheinen farbigen Lichtreflexionen auf dem Wasser zu diesen Klängen für Sie zu tanzen.
Dies ein Hinweis darauf, dass der Stadtklang von  Linz viele sehr langsame, tiefe sonore Stimmen aufweist. Die Rhythmen der Nibelungenbrücke wirken von hier aus ebenso langsam und träge, die Straßenbahn, die alle fünf bis sieben Minuten (nachts alle 15 Minuten) mehr als 20 Sekunden lang den Klangraum erfüllt, dehnt unsere Zeitwahrnehmung. Konzentrieren wir unser Hören auf diese langsamen Rhythmen, dann stellt sich etwa nach 20 Minuten eine erstaunliche Wahrnehmungsveränderung ein: Der Hörraum weitet sich zu einer großen durchsichtigen Kuppel, die über die gesamte Stadt Linz zu reichen scheint. Die feinen Nahgeräusche der Platane und das Klappern der Bestecke und das Gemurmel des Schlosshofrestaurants lassen den Klangraum noch plastischer erscheinen.
Nachts,  wenn sich die Stadt auch etwas zu beruhigen schient, ist hier der Sternenhimmel der Stadtklänge besonders fein wahrzunehmen.
10. Unter der Nibelungenbrücke
Koordinaten: N 48.30714 x O 14.28569

Wenn Sie genau unter der Nibelungenbrücke kurz stehen bleiben, werden Sie schon nach wenigen Sekunden feststellen, dass Sie sich in einem ganz besonderen Hallraum befinden: Der erste Brückenpfeiler bildet einen Echospiegel, die Eisenkonstruktion der Brücke unmittelbar über Ihnen eine Resonanzkuppel, das fließende Wasser wird zum Klangteppich. Auch schon die kleinen feinen Geräusche des Flussufers bringen den ganzen Echoraum zum klingen. Die volle Dynamik der Echospiegel und der Resonanzkörper wird hörbar, wenn eine Straßenbahn das eine Ende der Brücke erreicht. Während der Zeit, die eine Bahn braucht um die Brücke zu überqueren, erfasst ein akustisch-seismisches Vibrieren die Echohalle unter der Brücke. Ihre Füße übermitteln Ihnen auch sehr präzise, dass der Boden unter Ihnen ebenfalls von den Vibrationen erfüllt ist. Im Takt des Straßenfahrplans wird die gesamte Brückenkonstruktion mit den Pfeilern und deren Fundamente zu einer riesigen Stahlglocke, die weit herum den Hörraum bestimmt.
11. Auf der Nibelungenbrücke
Koordinaten: N 48.30793 x O 14.28488

Mitten auf der Nibelungebrücke zu stehen und flussaufwärts zu blicken, vermittelt Ihnen für einen kurzen Augenblick die Illusion, auf der Kommandobrücke eines sehr großen Schiffes zu stehen und flussaufwärts zufahren. Der Wind über dem fließenden Wasser verwischt alle Geräusche und lässt die Altstadt von Linz und den Stadtteil Urfahr hinter einem akustischen Vorhang verschwinden. Elementare Naturkräfte scheinen genau hier noch einmal die zivilisatorischen Stimmen fast zu dominieren: Ein ganz besonderer Klangort der Stadt Linz!
Der Autoverkehr ist aber hier so nah und meistens so dicht, dass dieses Klangfenster sofort verschwindet, sobald man wieder weitergeht.
12. Lentos Kunstmuseum Linz
Koordinaten: N 48.30824 x O 14.28824

Das Museumsgebäude bietet eine Vielzahl von akustischen Besonderheiten. Schon von weitem kann man die Echos von Stimmen hören. Oft spielen dort Kinder und Jugendliche mit den Reflexionen ihrer eigenen Stimmen akustisches Ping Pong. Von der  langen schmalen Decke können die Echos zwischen den exakt parallelen Glasfronten fast beliebig oft hin und her fliegen. Genauso wie bei parallelen Spiegeln eine Raumflucht in die Unendlichkeit zu entstehen scheint, wird auch bei parallelen Echospiegeln ein scheinbar unendlich tiefer Klangraum hörbar. Hier können Sie die akustische Wirkung von Architektur besonders gut studieren: Wie wirken sich die Distanzen und Raumproportionen der gebauten Flächen und die Materialien auf den Klang aus? Besonders die postmoderne Architektur bietet uns oft ein akustisches Kaleidoskop – wir könnten sogar sagen: ein Kaleidophon – an. Das Entstehen solcher Kaleidophone ist eher zufällig und auch hier sicher ein Nebenprodukt der visuellen architektonischen Gestaltung.  Wie könnte man das Kaleidophon unter der Nibelungenbrücke und das Kaleidophon des Lentos akustisch in Bezug setzen?
Finden Sie auf den etwa zweihundert Metern zwischen den beiden Gebäuden eine Stelle am Ufer der Donau, wo die beiden Stadtklanginstrumte gleichzeitig hörbar sind? Wie hört sich hier der Stadtklang von Linz an?
13. Winterhafen
Koordinaten: N 48.31864 x O 14.31759

Wenn Sie von der Nibelungenbrücke zu Fuß der Donau entlang hierher gelangt sind, dann werden Sie die Spitze der kleinen Landzunge besonders bemerkenswert finden, denn sie führt Sie wortwörtlich an der Nase herum. Bleiben Sie hier einen kurzen Augenblick stehen und hören Sie wie sich der Raum hier plötzlich weitet. Über dem Wasser, das sie fast vollständig umgibt, scheint der Klang der gesamten Stadt Linz zu schweben. Wenden Sie sich jetzt langsam Richtung Hafenbecken und genießen Sie das Verschieben der akustischen Horizonte! Das außergewöhnlich klare Echo über das Hafenbecken hinweg beweist Ihnen, dass Sie sich in einer besonderen Klangarena der Stadt Linz befinden: Hier könnten besondere Openair-Klangkonzerte veranstaltet werden!
14. Alter Markt 4
Koordinaten: N 48.30542 x O 14.28440

Der Alte Markt bildet zusammen mit seinem akustischen Gegenstück am unteren Hofberg ein Doppelkammerresonanzsystem, das die Echos aus der Hofgasse, aus der Altstadt und dem weiteren Verlauf des Hofbergs immer wieder neu spiegelt, fokussiert und schließlich um mehrere Häuserecken herum ausklingen lässt.
Besonders interessant ist die akustische Linse des Hofeingangs zwischen der Hahnengasse 3 und 9, welche die Klänge aus den versteckten Altstadtgassen und deren unübersichtlichen Hinterhofausläufern auf den Alten Markt projiziert und gleichzeitig in umgekehrter Richtung die Klänge der Stadt in die Hinterhöfe zu lenken vermag. Hier wird Ihnen nun auch verständlich, warum die Innenhöfe der Häuser, die vom Hauptplatz aus zugänglich sind, die Stadtklänge von außen her zu übertragen scheinen. Die akustische Linse des Hofeingangs bei der Hahnengasse ist zufälligerweise genau so fokussiert, dass die oft diffusen und schwer ortbaren Stadtklänge dennoch klar und deutlich in die Hinterhöfe gelenkt werden. Die schräg zueinander stehenden Wände sind besonders entscheidend: Genau diese bewirken, dass der Schall geschärft wird.
Im Winter werden so auch die feinen Eiskristallklänge der Linde des Alten Markts in die Hinterhöfe übertragen. Eine zauberhafte weihnachtliche Klangbescherung!
15. Innenhof Mozarthaus, Klosterstrasse 18
Koordinaten: N 48.30450 x O 14.28527

Es kann gut sein, dass Sie ohne es genau wahrgenommen haben, fernen Schatten einer Mozartkomposition gefolgt sind, die oft aus den Räumen des Mozartmuseums um alle Ecken des Gebäudes in die Altstadt gelangen. Plötzlich stehen Sie in einem der schönsten Innenhöfe der Altstadt. Hier entwickelt sich eine besonders zauberhafte Atmosphäre, ganz so als würden die Gedanken des Meisters sich bis in unsere heutige Zeit vorwagen.
In den Atempausen der Kompositionen hören Sie die Echos des Brunnens, der vorne an der Klosterstraße steht und dessen Stimme ab und zu hier im Kammerkonzert des Innenhofs mitspielt.
16. Taubenmarkt
Koordinaten N 48.30421 x O 14.28815

An der Straßenbahnhaltestelle ist es tagsüber sehr schwierig, den Stimmen des Taubenmarkts zu lauschen. Erst spät nachts beginnt sich der akustische Nebel zu lichten und wer gegen drei Uhr früh hier durchgeht und noch einigermaßen nüchtern ist, wird die Echos seiner eigenen Schritte die Fassaden entlanghuschen hören. Die Stimmen der vereinzelten Nachtschwärmer und die hintergründigen nächtlichen Stadtklangschatten bringen den Taubenmarkt nun zum Erzählen. Jede Nacht wird hier ein ganz besonderes Echokammerspiel aufgeführt. Die Erinnerungen der Stadt Linz tanzen vom Hauptplatz her kommend auf dem zugigen Pflaster auf und ab und verziehen sich erst im Morgengrauen die Hauptstraße hinunter, wo sie zunächst am Schillerplatz Halt machen. Einige der fliegenden Klangschatten richten sich um den Brunnen des Hessenplatzes ein, andere überdauern den Tag im Volkspark. Diejenigen die sich in den Schacht der U-Bahn wagen, werden dort sehr schnell vertrieben und Richtung Bulgariplatz verjagt.
17. Einkauszentrum Passage, Landstraße
Koordinaten N 48.30352 x O 14.28807

Tagsüber bilden die Einkaufspassagen Murmelstromaquarien. Durch Rauschvorhänge der Lüftungen in der Eingangsschleuse von der Strasse akustisch getrennt, bleiben all unsere Stimmechos in den oft mit Glasdächern überdeckten Raumlabyrinthen hängen. Rolltreppengeklapper und der tiefe mönchische Bordunklang, generiert von dutzenden von Kühlaggregaten, verleihen den Räumen etwas protosakrales. Die Räume sind alle diffus mit Hintergrundmusik akustisch so stark ausgeleuchtet, dass wir unsere Schritte nicht hören; wiederum sind wir akustisch nicht recht in der Lage zu wissen wo wir sind. Wir sind in unseren Wunschräumen, träumen vor uns hin, trinken im Stehen Kaffee und telefonieren mit irgendjemandem irgendwo auf der Erde.
Vielleicht verfallen wir auch einem mehr oder weniger starken Kaufrausch und hasten von Treppe zu Treppe. Mittendrin Inseln, wo sich Leute treffen, etwas Kleines essen oder warten. Je nach Tageszeit verdichten sich die freifliegenden chorischen Stimmen zu einem ligetihaften Kontinuum, das sich fast körperlich anfühlt. Wenn Sie sich nun rasch und zügig auf die Straße begeben, achten Sie darauf, wie Sie den Druckunterschied zwischen der Klanginnenwelt des Hörlabyrinths und den Echoräumen des Taubenmarkts wahrnehmen!
18. Hessenplatz
Koordinaten: N 48.30054 x O 14.29426

Im Park am Hessenplatz können Sie die akustischen Eigenschaften der Stadt Linz des späten 19. Jahrhunderts entdecken. Gehen Sie zunächst einige Male um den zentralen Brunnen, so lange bis die verschiedenen Fontänen und Wasserrinnsale Ihre ganze Aufmerksamkeit erfasst haben. Sie hören eine vertikale Klangordnung, die akustisch viel vom sozialen Weltbild unserer jüngsten Vergangenheit erzählt. Wie verhält sich diese vertikale Klangsäule zum horizontalen Frontalklang der heutigen Stadt?
Da der Brunnen in einer kleinen Senke liegt, können Sie in seiner unmittelbaren Umgebung die Rhythmen der Echos der gesamten Hessenplatz-Arena hören. An den dicht befahrenen Rändern des Hessenplatzes hören Sie weder den zentralen Brunnen noch die Stimmen der Vergangenheit. Trotz der immensen Dominanz unserer Gegenwart finden Sie hier eine der seltenen ruhigeren Inseln, die Sie besonders bei schönem Wetter angenehm zum Verweilen und zum Hören des Linzer Stadtklangs einlädt.
19. Volksgarten/Einfahrt U-Bahn Blumauerplatz
Koordinaten: N 48.29479 x O 14.29300

Am südlichen Ende des Volksgartens erwartet Sie der Klangkontrapunkt zur Nibelungenbrücke. Dort prägen die Straßenbahnen hoch über Donau auf der Stahlbrücke fahrend den Stadtklang aus der Luft, während sie hier in einem grossen Bogen in die Hallkammern der U-Bahnschächte fahrend die Erdschichten unter der Stadt direkt zum Vibrieren bringen. In einer Ballongondel in etwa 300m Metern Höhe könnten Sie die beiden Klangquellen gleichzeitig hören und auch feststellen, wie diese den Stadtklang von Linz mit fahrplantechnischer Regelmäßigkeit prägen.
Hier unten können Sie jedoch noch eine andere, für Linz äußerst typische Klangtriangulation verfolgen: Die Hallfahnen der Straßenbahnen vermischen sich mit den Klangschatten der vorbeifahrenden Züge, die über das Rondell des Blumauerplatzes durch den Klangwirbel der kreisenden Automotoren herzudringen vermögen.
Eine energetische Klangtriangulation, welche die Stimmen des Stadtklangs von Linz in einer sehr dynamischen Choreografie hörbar macht.
20. WIFI, Wienerstraße
Koordinaten: N 48.28002 x O 14.30939

Es ist sehr selten, dass man sich als Fußgänger in einem derart dekonstruierten Stadtraum aufhält, um ihn zu hören. Im Gegensatz zum Bulgariplatz, wo man durchaus die kreisrunde Form in den Echos der Arena heraushören kann, streben die Schatten der Echowände hier auseinander und erzeugen eine Stadtatmosphäre, wie wir sie erst seit Mitte des 20.Jahrhunderts kennen. Wir befinden uns auf einer Kreuzung von unsichtbaren Schallenergien, die sich bereits so verhalten, als sei die Landebahn eines Flughafens in unmittelbarer Nähe. Hier liegt auch die Hörgrenze in der Luft, welche die Klänge der verbotenen Stadt des Stahlwerks von der bewohnten Stadt abgrenzt.
Die Rhythmen und Klangbewegungen des enthemmten Stadtklangs der großen Ausfallstraße sind uns nur allzu bekannt. Hier hören wir den charakteristischen Klang unserer heutigen Stadt, den wir zu schnell als gemeinen Lärm bezeichnen und dabei vergessen, dass wir alle Stadtklänge dauernd selber erzeugen und es in unserer Hand liegt, uns jederzeit akustisch ganz anders zu verhalten.

21. In der Neuen Welt
Koordinaten: N 48.27356 x O 14.31463

Gibt es Orte, die Sie einfach wegen des Klanges ihres Namens aufsuchen würden? „Zabriski Point“, „Montauk“, „Windgällen“, „Saporoshjestr.“...
Gibt es eine geheime Beziehung zwischen dem Namen des Ortes und dem Klang, der dort zu hören ist? Wie steht es darum „In der neuen Welt“ in Linz?
Was hören Sie, wenn Sie auf der stillgelegten Straßenbahnendschlaufe stehen und, schon etwas außerhalb der realistischen Wirklichkeit, diese von hier aus betrachten und hören?
Lassen Sie sich das fellineske Zwischenspiel, das Sie da erwartet, nicht entgehen. Besuchen Sie „die neue Welt“ in Linz und hören Sie den Refrain des akustischen Endspiels, das hier ganz unspektakulär den Anfang und das Ende aller Zeiten verkündet!

22. solarCity, Lunaplatz
Koordinaten: N 48.25756 x O 14.36044

Wenn Sie mit der Linie 2 zur solarCity gefahren sind, wurden Ihre Knochen während der letzten dreiviertel Stunde ganz schön durchgeschüttelt. Auch wenn Sie nur sitzen, eine Fahrt ermüdet doch recht stark. Sie stehen nun auf dem Platz und sind doch noch nicht ganz da. Kommen Sie doch zum Brunnen und lassen Sie ihre Ohren etwas erfrischen!
Wenn Sie langsam den länglichen Brunnenkörper entlang gehen, blendet das sprudelnde Wassergeräusch langsam ein und wieder aus. Ganz so als hätten Sie ein Klangmodell Ihrer Straßenbahnfahrt vor sich! Wenn Sie dem Wasser gut zuhören, können Sie im Geplätscher immer wieder Stimmengemurmel hören. Es ist nicht ganz klar, ob es sich dabei um Echos vom Platz handelt, oder ob Sie einer kleinen Klangfatamorgana auf den Leim gehen. Wassergeräusche scheinen sehr nahe Verwandte des Menschengemurmels zu sein. Das hohe Glasdach, das Sonnenlicht in Regenbogenfarben auf den Platz projiziert, ist auch ein schöner Klangreflektor! Die Brunnengeräusche tauchen an verschiedenen Stellen des Platzes wieder auf. Klang- und Lichtgestaltung des Platzes stimmen sehr fein zusammen.
Jetzt sind Sie also hier angekommen, und die Vibrationen der Straßenbahnfahrt in Ihrem Körper klingen langsam aus.
23. solarCity, Auenufer
Koordinaten: N 48.26279 x O 14.35921

Am Nordrand der Siedlung gelangen Sie in eine wunderbar gestaltet Auenlandschaft. Sofort empfangen Sie Windklänge von Gräsern, Büschen und Bäumen. Der ruhig daliegende Wasserspiegel fasst Nahgeräusche ganz klar, übermittelt Stimmen aus verschiedenen Richtungen und spiegelt den Horizont des Stadtklangs von Linz. Wenn Sie sich nun nach einem erfrischenden Bad noch etwas an den Strand legen, dann lassen Sie Ihre Ohren himmelwärts gleiten und tasten Sie mit geschlossenen Augen den Feldlinien des mächtigen Linzer Raumklangs entlang!
24. Bindermichl, Siedlung Am Bindermichl 44
Koordinaten: N 48.26279 x O 14.35921

Am Bindermichl empfängt Sie eine diffuse urbane Arena. Wenn Sie zunächst ein paar Schritte südwärts gehen liegt  rechter Hand eine Siedlung aus den 1930er Jahren vor Ihnen. Gehen Sie durch einen der Durchgänge in den ersten rechteckigen Hof und achten Sie darauf, wie der Klangraum sich verändert! Wie viele Klanghorizonte können Sie unterscheiden? Mehrere Hofquadrate folgen einander, sie bilden eine Klangraumkaskade, die sich auch als Schallinse auswirkt. Die großen regelmäßigen Hallräume wirken wie akustische Klärbecken, sie verstärken und schärfen die Klangfelder der Stadt. Es würde viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn Sie alle akustischen Spiegelsymmetrien mit ihren rhythmischen Gesetze ergründen würden. Da eine recht stark befahrene Straße um die Siedlung herum führt, hören Sie die gleichen Fahrzeuge mehrmals von verschiedenen Seiten. Ein sehr verwirrliches Klangraumspiel!
25. Muldenstraße, „Autobahnkolosseum“
Koordinaten: N 48.27240 x O 14.29486

Über eine der Fußgängerrampen gelangen Sie zum oberen Ring der Autobahnarena mit 123 m Durchmesser und einer Gesamtfläche von 11.800 m2. Zum Vergleich: der Hauptplatz misst in seiner Länge 193 m, in der Breite 56 m und umfasst also eine Fläche von 10.000 m2. (Das Kolosseum von Rom misst 188 m x 156 m, 30.000 m2)
Was ist hier los? Was sehen und hören Sie? Eine abstrakte Bewegungschoreographie, ein Energiekreis, der von tausenden von Motoren Tag und Nacht betrieben wird. Wir sehen und hören das mechanische Herz der Stadt. Sein Puls ist ein stetig an- und abschwellendes Brausen, das in der Arena verwirbelt wird und als vertikale Spirale in den Himmel aufsteigt. Wir – die Passanten, die Zuschauer, die Fußgänger – stehen in 20 Metern Höhe auf den Rängen des Betonkreises und schauen nach unten in das Auge des Zyklons, wo um einen zentralen Rasenplatz von 64 m Durchmesser eine mehrspurige Rundbahn führt. Kompassgenau in der Nord-Süd-Achse die Einfahrtsportale zur Mühlkreisautobahn. Die Muldenstraße führt genau in Ost-West-Richtung in den Kreis und vom Kreis weg. Ein Energiekompass, den man in Satellitenbildern aus 36 km Höhe bestens erkennt.
Inwiefern ist dieser Energiekreisplatz ein Gegenpol zum Hauptplatz?
7,5 km von einander entfernt bilden die beiden Orte zwei Epizentren des Stadtklangs. Im ehemaligen Marktplatz am südlichen Donauufer, Jahrhunderte lang von einer Mauer geschützt, erkennen wir den einen Pol; im siedlungsgerecht ingeniös integrierten Autobahnknoten im Zentrum eines der suburbanen Felder von Linz des 21. Jahrhunderts den anderen Pol einer elliptischen Bahn von keplerschen Ausmaßen.
Gehen Sie einmal im großen Kreis herum. Der Klang ändert sich nur wenig. Die gesamte Arena ist erfüllt von einem monophonen Klangwirbel, dessen zentrifugalen Kräfte Sie körperlich spüren. Die automobile Energie wird hier auf völlig neue Art und Weise gefasst. Die Stahlwerke sind dagegen kollabierende Sternhaufen. Ihr Wetterleuchten und fernes Donnergrollen überschattet seit gut einem Jahrhundert den Stadtraum. Ohne diese mächtige Stimme ist auch der Stadtklang von Linz nicht zu verstehen. Ohne diese Stimme ist das 20. Jahrhundert nicht zu verstehen. Der Stahlklang, zivilisiert in der Nibelungebrücke, verankert im Brückenkopf, in der Resonanzkammer des Hauptplatzes kultiviert, hat hier in Linz ganz besonderen Quellcharakter. Nirgendwo sonst sind die ursächlichen Kräfte so unmittelbar sichtbar und präsent.
Die Kreisarena im Bindermichel ist ein einzigartiges klingendes Sinnbild für die momentanen Anstrengungen, dem tellurischen Kräfteringen zu entkommen. Der Klang sagt uns hier, dass wir noch immer im alten Gravitationsfeld verharren.
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