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Hörstadt ist ein Labor für Akustik, Raum und Gesellschaft. In Linz angesiedelt und regional, national und international tätig, entwickelt Hörstadt eine Akustische Raumplanung als neue Disziplin.

Das zentrale Anliegen ist eine menschengerechte Gestaltung der akustischen Umwelt.

Die Handlungsfelder sind: Forschung, Lehre, Beratung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, politische, kulturelle und künstlerische Projekte.

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"Salzburger Nachtstudio" zur Akustischen Hegemonie

Hören wir, was wir hören wollen oder hören wir, was wir hören sollen? Dies ist die Frage, der Sendungsgestalterin Elisabeth Nöstlinger in ihrem einstündigen Radiofeature Über Hören und Hörigkeiten aus Anlass des 2. Internationalen Hörstadt-Symposions nachgegangen ist. Antwort darauf geben u. a. mit Kerstin Giering und Konrad Paul Liessmann verschiedene ReferentInnen des im Juni 2011 zu einer Theorie der Akustischen Hegemonie organisierten Symposions. Die Sendung wurde am 25. Jänner 2012 im ORF-Radiosender Ö1 im Salzburger Nachtstudio ausgestrahlt.

Desigual ist Zwangsbeschaller 2011

81 Dezibel Durchschnittspegel und Maximalwerte bis zu 101 (!) Dezibel: So laut wie neben einem Presslufthammer oder einer Kreissäge ist der Einkaufs- bzw. Arbeitsalltag in der Filiale der spanischen Modekette Desigual am Westbahnhof in Wien. Das ergab eine von vielen im Testkaufverfahren von AktivistInnen von Beschallungsfrei – Die Kampagne gegen Hintergrundmusik österreichweit im Advent 2011 durchgeführte Schallpegelmessung.
Hörstadt-Leiter Peter Androsch als Kampagnensprecher und Karl Dürtscher von der Gewerkschaft der Privatangestellen GPA-djp in Wien statteten der Desigual-Filiale daher am letzten Einkaufssamstag vor Weihnachten 2011 am 17.12. in Begleitung von Kampagnenaktiven und Sympathisanten wie der Inititative Pro Christkind einen Überraschungsbesuch ab. Dabei überreichten sie der Filialleitung in Gestalt einer Urkunde und einer Trophäe die wohlverdiente Auszeichnung als Zwangsbeschaller 2011, die Beschallungsfrei seit 2008 jährlich vergibt.
"Über 100 Dezibel Spitze sind seit Beginn unserer Messungen einmalig", kommentierte Peter Androsch das Ergebnis. Karl Dürtscher erinnerte daran, dass das österreichische Arbeitnehmerschutzgesetz für minderjährige Beschäftigte bei Lautstärken von 80 Dezibel aufwärts zwingend das Tragen von Gehörschutz vorschreibt.

Kryptophone: Akustische Schnitzeljagd

Mit neun 'Kryptophonen' verwandelte Hörstadt die Linzer Innenstadt in den Wochen von 14. November 2011 bis 6. Jänner 2012 in den Hörort einer akustischen Schnitzeljagd. Die KünstlerInnen Reinhard Gupfinger, Anatol Bogendorfer, das Künstlerkollektiv Faxen mit Clemens Mairhofer, Lucas Norer und Sebastian Six, Claudia Haslinger, Michaela Schwentner, Florian Sedmak, Karin Fisslthaler, Peter Androsch und Barbara Musil hatten insgesamt neun über den öffentlichen Stadtraum verteilte Klanginstallationen geschaffen.

Hörstadt berät Krankenhaus Wien-Nord

Der Wiener Krankenanstaltenverbund errichtet mit dem Krankenhaus Wien-Nord gerade einen Krankenhausneubau, mit dem ein ganzer Stadtteil umdefiniert wird. Das neue Zentralkrankenhaus hat Ausmaße wie das AKH und schickt sich an, auf allen Ebenen zum Musterkrankenhaus zu werden. Dazu gehören selbstredend beste akustische Bedingungen. Auf Einladung des Bauträgers hat sich Hörstadt intensiv mit der Planung beschäftigt und eine ausführliche Stellungnahme dazu erarbeitet, wie durch bauliche und gestalterische Rücksichtnahme den akustischen Bedürfnissen vor allem von ruhebedürftigen, rekonvaleszenten und älteren Menschen, aber auch den MitarbeiterInnen, angemessen Rechnung getragen werden kann.

Hörstadt-Symposion 2011: Hören und Gehorchen

In gleichermaßen angenehmer wie angeregter Atmosphäre ging im Ambiente des Festsaals im Nordico Museum der Stadt Linz am 20. und 21. Juni 2011 unter dem Titel "Hören und Gehorchen" das Zweite Internationale Hörstadt-Symposion über die Bühne. Dank der ausgezeichneten Vorträge – von Sabine Kebir (Berlin), Florian Huber (Wien), Karin Wagner (Linz/Wien), Konrad Paul Liessmann (Wien), Kerstin Giering (Trier) und Olaf Schäfer (Berlin) – kann der Anspruch, einen Grundstein für die Entwicklung einer Theorie der Akustischen Hegemonie zu legen, als eingelöst betrachtet werden.
Über die möglichen Felder einer solchen Theorie machten sich Peter Androsch und Florian Sedmak (beide Hörstadt, Linz) in einem gemeinsamen Votrag Gedanken. Der Vortrag von Thomas Macho (Linz/Berlin) über "Die Stimme des Befehls" fiel bedauerlicherweise einer Erkrankung des Referenten zum Opfer. An seiner Stelle las der Linzer Schauspieler Harald Bodingbauer zwei lange Passagen aus Claudia Schmölders' Arbeit "Hitlers Gesicht".

Das 3. Internationale Hörstadt-Symposion findet im Juni 2012 statt.

Hörstadt bedankt sich bei den Vortragenden und dem interessierten und diskussionsfreudigen Publikum.

Ratgeber Akustik im Hausbau

Für die VKB, die mit Hörstadt eine Umweltpartnerschaft eingegangen ist, hat Hörstadt den Ratgeber "Wohnen und Hören. Akustik im Hausbau" gestaltet. Peter Androsch stellte das für interessierte BauherrInnen gedachte Kompendium vor hochinteressiertem Publikum bei einem Hausbau-Seminar der VKB vor.

Zum Download der Broschüre

Stuttgart und Paris

Seit Februar 2011 ist Hörstadt Teil der interdisziplinären Arbeitsgruppe HIDS in Stuttgart eingeladen. HIDS steht für "Hörprobleme in der Schule" und beschreibt, worum es geht: Die Verbesserung der akustischen Verhältnisse, um die es in den Schulen oft schlecht bis katastrophal bestellt ist. Die Arbeitsgruppe wurde vom Institut für angewandte Forschung der Technischen Hochschule Stuttgart einberufen. Nächstes HIDS-Vorhaben: Die Konzeption einer Wanderausstellung zum Thema.
Besonders ehrenvoll ist die Einladung, die Ideenwelt von Hörstadt im Mai 2011 an der EHESS in Paris vorzustellen. Die Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) gehört zu jenen grandes écoles Frankreichs, die als Gipfel der akademischen Welt die Eliten des Landes hervorbringen. Mit Pierre Bourdieu und Jacqiues Derrida lehrten hier zwei große französische Intellektuelle, deren Arbeiten maßgeblichen Einfluss auf Hörstadt hatten und haben.

Studie: Hörwelt SPAR

Im Auftrag von SPAR OÖ und in Zusammenarbeit mit dem Institut IBE an der Johannes-Kepler-Universität Linz hat im Herbst 2010 HÖRSTADT eine Studie zur Optimierung der akustischen Verhältnisse in SPAR-Märkten erarbeitet. Bei der Untersuchung verschiedener Märkte und im Gespräch mit den MitarbeiterInnen wurde Punkt für Punkt erhoben, wo es hörbares Verbesserungspotenzial gibt. Nach dieser zweiten erfolgreichen Zusammenarbeit mit SPAR tun sich weitere Perspektiven auf, die Arbeits- und Aufenthaltsqualität für Belegschaft und Kundschaft gleichermaßen entscheidend zu verbessern.

"Bershka" ist der Zwangsbeschaller 2010

Der Zwangsbeschaller des Jahres 2010 ist im Südosten Österreichs zu Hause: Bei der Kür des Handelsbetriebs mit der lautesten Hintergrundmusik setzte sich die einzige Österreichfiliale der spanischen Modekette "Bershka" in einem Einkaufszentrum in Seiersberg bei Graz durch. Bei einem Testkauf im Advent wurden Schallpegel von über 89 Dezibel gemessen.
Nach 2008 (Pimkie) und 2009 (Tally Weijl) wird von Beschallungsfrei damit nun zum dritten Mal in Serie eine auf junges Publikum spezialisierte Modekette als Zwangsbeschaller des Jahres ausgezeichnet.
Zum Auftakt des letzten Einkaufswochenendes im diesjährigen Advent überreichte Peter Androsch der Geschäftsleitung von "Bershka" in Graz-Seiersberg am 17. Dezember 2010 Urkunde und Trophäe. Der Sprecher der gegen die Zwangsbeschallung mit Hintergrundmusik auftretenden Kampagne Beschallungsfrei wurde von VertreterInnen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB begleitet.
Die gesundheitlichen Risiken der überlauten Beschallung sind sowohl dem Unternehmen als auch den KundInnen entweder nicht bewusst oder einfach egal: Ab einem Dauerpegel von 85 Dezibel am Arbeitsplatz ist vom Gesetzgeber zwingend zu tragender Gehörschutz vorgeschrieben. Minderjährige MitarbeiterInnen wie Lehrlinge müssten schon ab 80 Dezibel Lärmbelastung zum Gehörschutz greifen.

Hörstadt bei der IBA Hamburg 2013

Die Internationale Bauausstellung in Deutschland pflegt eine lange Tradition der Sanierung und Neugestaltung von städtischen Problemzonen. Die IBA 2013 in Hamburg hat sich die planerische und bauliche Auseinandersetzung mit der Flussinsel Wilhelmsburg verordnet – ein sozialer Brennpunkt, der von nicht weniger als vier Stadt- und Transitautobahnen durchschnitten wird. Hörstadt ist eingeladen worden, sich auf akustischem Gebiet an der Wiederaneignung des Stadtviertels durch seine BewohnerInnen einzubringen.