Ruhepol Mariendom
Eine Kooperation von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas, Rudigierstiftung und der Diözese Linz/Kunstreferat.
Von 3. Juni bis 26. Oktober 2010 ist der Ruhepol Mariendom in Österreichs größter Kirche wieder Dienstag bis Sonntag jeweils von 12.00 bis 19.00 bei freiem Eintritt geöffnet. Damit steht den BewohnerInnen und BesucherInnen von Linz wieder eine öffentlich zugängliche und überkonfessionelle Ruhezone für eine persönliche Auszeit oder die Suche nach Stille mitten in der Stadt zur Verfügung.
Während seiner ersten Betriebszeit im Rahmen von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas von Juni bis Oktober 2009 besuchten über 14.000 Menschen den nicht-sakralen Raum in der Turmhalle des Domes.
Der Ruhepol Mariendom befindet sich in einer Halle des Domes, deren Entstehung bemerkenswert ist: 100 Jahre nach der Grundsteinlegung von 1862 sollte zum Andenken an den Domerbauer, Bischof Rudigier, eine fulminante Orgel errichtet werden. 1968 konnte diese Rudigierorgel auch vollendet werden– allerdings um den Preis, dass dazu das riesige außergewöhnliche Rosettenfenster, das den Dom in prächtiges Licht tauchte, regelrecht verbaut werden musste. So entstand ein Raum, der europaweit nicht seinesgleichen hat – die Rudigierhalle: bei zehn mal zehn Metern Grundfläche ragt sie zwanzig Meter in die Höhe. Einzigartig ihre Proportion, einzigartig ihre Akustik, einzigartig ihre Atmosphäre und damit wie für einen weiteren Ruhepol geschaffen.
Die gegebene Raum- und Lichtstruktur wird durch behutsame künstlerische Interventionen verstärkt. Der Linzer Rainer Jessl hat eine Lichtinstallation entwickelt, die auf die bestehende Lichtsituation im Ruhepol Mariendom aufsetzt, die vom Gang der Sonne und dem beeindruckenden Rosettenfenster bestimmt wird: Höhepunkt ist die letzte Abendsonne, welche die riesige Glasrosette zum Glühen bringt. Kein Scheinwerfer kann sich damit messen. Sobald der Tag ausklingt, breitet sich der Eindruck schwebenden Wassers in der Kuppel aus.
Die einzigen Objekte im Ruhepol Mariendom sind die von Tobias Hagleitner, Gunar Wilhelm und Richard Steger – die Gestalter des Ruhepol Centralkino – entworfenen Ruhemöbel, die aus großen Kabelspulen gefertigt werden. Die rau teils halbiert, teils im Ganzen verarbeiteten Sperrholztrommeln werden mit Textilbahnen überzogen und dienen so als Ruheliegen und Liegeteppiche mit edler Filzoberfläche. Die Geometrie der Spulen ermöglicht ein geschütztes Für-sich-Sein und ungestörte Entspannung, gleichzeitig lenkt sie den Blick nach oben zum Rosettenfenster und zur Lichtinstallation von Rainer Jessl.
Ruhepol Mariendom, Herrenstraße 26, 4020 Linz
Eröffnung: Christi Himmelfahrt – Donnerstag, 21. Mai 2009
Betrieb: ab 22. Mai 2009, 12.00 Uhr
Dauer: 21. Mai bis Montag, 26. Oktober 2009
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 12.00 – 21.00 Uhr
Projektorganisation: Klemens Pilsl, Clemens Pichler, Martina Berger
Projektionsgestaltung: Rainer Jessl
Objektdesign: Tobias Hagleitner, Gunar Wilhelm und Richard Steger

